* Mainz, Martinus-Bibliothek, Hs 11

Psalterium-Hymnar aus St. Peter vor Mainz

Pergament - II + 150 + II Bl. - 24,6 x 16,5 cm - Mainz – 2. Drittel 12. Jh.

 

Schrift und Ausstattung

Späte romanische Minuskel. Die Antiphone interlinear neumiert. Zur kombinierten Acht- und Dreiteilung des Psalters 1r, 12r, 30v, 41r, 42v, 52v, 66v, 79r, 81r, 92v Goldinitialen auf blauem und grünem Grund, z.T. mit Drachenmotiven.

 

Geschichte der Handschrift

Ir Besitzeintrag des Stifts St. Peter vor Mainz (19. oder frühes 20. Jh., wahrscheinlich dieselbe Hand wie in Hs 5, Ir). Eine Mainzer Herkunft schon wegen der vielen Mainzer Heiligen in der Litanei sicher (vgl. Dörr).

 

Literatur

Vgl. Schorn, Georg Julius: St. Peter extra muros, das erste und ältes Mainzer Kollegiatsstift, in: Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde N.F., 14, 1925, S. 496-520.

Oster, Otto: Ein Mainzer Hymnar mit usualen Neumen aus dem 12. Jahrhundert, Diss. masch. Bonn 1945.

Gottron, Adam: Tausend Jahre Mainzer Musik (Ausst. Kat. Mainz, Gutenbergmuseum 1957), Mainz 1957, Nr. 3.

Gottron, Adam: Mainz, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, hrsg. v. Friedrich Blume, Bd. 8, Kassel/Basel/London/New York 1960, Sp. 1522-1529, hier 1523.

[Dörr, Margarete:] Handschriftenkatalog der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars, maschinenschriftlich, Mainz o.J. [vor 1963], o.S.

Reifenberg, Hermann: Stundengebet und Breviere im Bistum Mainz seit der romanischen Epoche (Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen 40), Münster i. W. 1964.

Irtenkauf, Wolfgang: Die Litanei des Pommersfeldener Königsgebetbuchs, in: Frieda Dettweiler/Herbert Köllner/Peter Anselm Riedl (Hrsg.): Studien zur Buchmalerei und Goldschmiedekunst des Mittelalters. Festschrift Karl Hermann Usener, Marburg a. d. Lahn 1967, S. 129-136, hier 131-135 [mit Ed. der Litanei als Nr. I].

Kaiser, Fritz, unter Mitarbeit v. Renate Korinski: Tausend Jahre Musik in Mainz. Katalog der Ausstellung aus Mainzer Musikschätzen und Sammlungen (Ausst. Kat. Frankfurt-Höchst 1984), Frankfurt a. M. 1984, Nr. 1.

Krämer, Sigrid: Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz. Ergänzungsband 1), 3 Teile, Teil 3 unter Beteiligung von Michael Bernhard, 3 Teile, München 1989-1990, Teil 2, S. 550.

Werhahn, Heinz Martin: Hymnarium Aquense. Ein bisher unbekanntes Mainzer Hymnar aus der Fragmentsammlung Stephan Beißel in der Öffentlichen Bibliothek der Stadt Aachen, in: Geschichte im Bistum Aachen 3, 1996, S. 291-349.

Kotzur, Hans-Jürgen (Hrsg.), Wilhelmy, Winfried/Koring, Ines (Bearb.): Hildegard von Bingen. 1098-1179 (Ausst. Kat. Mainz, Bischöfliches Dom und Diözesenmuseum 1998), Mainz 1998, Kat.-Nr. 4 (Winfried Wilhelmy).

Berger, Thomas: Zur Geschichte des Mainzer Kollegiatstifts St. Peter, in: Ders. (Hrsg.): Die Herrlichkeit dieses Hauses. St. Peter in Mainz. 1756-2006. Einblicke in 250 Jahre Geschichte der ehemaligen Stifts und späteren Pfarrkirche sowie der Pfarrei St. Peter, Mainz 2006, S. 22-62, hier 31.

Berger, Thomas: Kirchenmusikalische Notizen. (Teil 1:) Zur Kirchenmusik im Petersstift und in der Pfarrkirche St. Peter, in: Ders. (Hrsg.): Die Herrlichkeit dieses Hauses. St. Peter in Mainz. 1756-2006. Einblicke in 250 Jahre Geschichte der ehemaligen Stifts und späteren Pfarrkirche sowie der Pfarrei St. Peter, Mainz 2006, S. 263-274, hier 263.

Berger, Thomas (Hrsg.): Die Herrlichkeit dieses Hauses. St. Peter in Mainz. 1756-2006. Einblicke in 250 Jahre Geschichte der ehemaligen Stifts und späteren Pfarrkirche sowie der Pfarrei St. Peter, Mainz 2006, S. 304.

Winterer, Christoph: Die mittelalterlicher Handschriften der Martinus-Bibliothek, in: Helmut Hinkel (Hrsg.): Bibliotheca S. Martini Moguntina. Alte Bücher – Neue Funde (Neues Jahrbuch für das Bistum Mainz 2012), Mainz/Würzburg 2012, S. 31-46, hier 40.

 

 

Abbildungen

1r [Winterer 2012, Abb. 1 (zudem S. 515 in Farbe)]

41r [Ausst. Kat. Mainz 1998, Abb. 23; Detail; in Farbe]

41r [Berger 2006, S. 32; in Farbe]

78v-79r [Ausst. Kat. Mainz 1998, Abb. 22; in Farbe]

 

Einband

Heller barocker Ledereinband mit Blindpressung einer zentralen vegetabil gebildeten Raute im zentralen Fach der mehrfachen Rahmung. 16./17. Jh. Eckbuckel auf ornamentalem Grundriss verloren (vgl. Hs 5). Die beiden Schließen erhalten. - Rostspuren 149, 150 Hinweis auf einen früheren Ketteneinband.

 

Fragmente

Die inneren Schmutzblätter hinten wie vorne stammen vermutlich aus einem Brevier (Textura, 13./14. Jh.). Es wurde jeweils die obere Blatthälfte verwendet.

 

Inhalt

1r-119v Psalterium non feriatum. Psalmen zum Teil mit Antiphonen versehen. Anfänge der Invitatorien nachgetragen.

119v-130v Cantica und Symbolum.

131r-133r >Vigilie Mortuorum<.

134r-135v Litanei mit zugehörigen Gebeten.

135v-139r mehrere Sätze der Invitatiorien, neumiert mit verschiedenen Melodien. Zum Teil einzelnen Festen zugeordnet (aufgelistet bei Oster 1945, S. 8-9).

139v-149r neumierte Hymnen, Überschrift: >Incipiunt ymni per circulum anni<; Inc.: Conditor alme siderum. Übersicht bei Oster 1945, S. 9-11. Enthalten u.a. 146r-v >De sancto Martino<.

149v-150r kurze Gebete für besondere Gruppen oder Anlässe, Inc.: Oremus pro omni gradu ecclesie. Von einer altertümlicheren Hand als der Haupttext, dennoch später ergänzt.

150v zwei nachgetragene Hymnen von unterschiedlicher Hand.

 

Permalink

http://www.hss-census-rlp.ub.uni-mainz.de/mz-mb-hs-11

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