* Mainz, Martinus-Bibliothek, Hs 39

Liber horarum

Pergament - 152 Bl. - 12,8 x 8,9 cm - Mainz(?), Dominikanerkonvent - Ende 15. oder frühes 16. Jh.

 

Schrift und Ausstattung

Textualis; 9r-82r mit roten und blauen Satzinitialen, ab 83r rubriziert. Aufwändige rot-blaue Fleuronné-Initialen, 31v-33v, 83r, 89v-106v auch mit grünen, oft lavierten Zusätzen, z.B. sich windenden Blättern in den Binnenfeldern und dünnem Federwerk als Ausläufer in den Seitenrändern: 9r, 16v, 25v, 27v, 28r, 29v, 31v-33v, 36v, 37v, 41r, 57r, 58r, 61r, 83r, 86v, 89v, 91v, 95r, 98v, 102r, 106v, 109v.

 

Geschichte der Handschrift

Schreiber laut Kolophon 151r: Frater Johannes Cronburgk (von Kronberg?). In der Mainzer Memorialüberlieferung der Dominikaner erscheinen zumindest Angehörige der Familie Kronberg aus dem 15. Jh. (vgl. Isnard W. Frank (Komm. u. Ed.): Das Totenbuch des Mainzer Dominikanerklosters (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Dominikanerordens N.F. 3), Berlin 1993, S. 157). Einband datiert auf 1558.

 

Literatur

[Dörr, Margarete:] Handschriftenkatalog der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars, maschinenschriftlich, Mainz o.J. [vor 1963], o.S.

Winterer, Christoph: Die mittelalterlicher Handschriften der Martinus-Bibliothek, in: Helmut Hinkel (Hrsg.): Bibliotheca S. Martini Moguntina. Alte Bücher – Neue Funde (Neues Jahrbuch für das Bistum Mainz 2012), Mainz/Würzburg 2012, S. 31-46, hier 32 Anm. 8.

 

Einband

Gepresster Ledereinband, die Rollenprägung im Rahmen zeigt weibliche Büstenfiguren, beschriftet u.a. als Prudentia und Judith, auf dem Rückdeckel auch mit der Jahreszahl 1558.

 

Fragment

In den Spiegeln von Vorder- und Rückdeckel zwei stark fragmentierte Blattreste einer Handschrift mit Hufnagelnotation sichtbar, vermutlich 13. Jh.

 

Inhalt

1r Nahzeitiger Nachtrag, beginnend mit Ps 65,20.

2v Computustafel für den 19-jährigen Mondzyklus.

3r-8v Kalendar mit Auszeichnung v.a. dominikanischer Heiliger. Viele in Mainz typische Heilige wie Vincentius mit Oktav und Brictius (vgl. Heyne, Sirka: Studien zur Mainzer und Fuldaer Liturgiegeschichte (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 73), Diss. Göttingen 1990, Mainz 1996, S. 263) sind vorhanden, einige davon wie Albanus und Cyriacus sind nachgetragen. Sergius und Bacchus fehlen.

9r-24v Officium beatae Mariae virginis, das Inc.: Ave Maria gratia plena ... könnte auf dominikanische Ritus verweisen.

24r-40v Officium per adventum.

40v-56v Psalmi poenitentiales mit dominikanisch geprägter Litanei.

57r-82r Officium mortuorum (ohne Überschrift, aber auf eigener Seite und mit Initiale), Inc.: Dilexi quoniam exaudiet ...

83r-86r Oratio pro remissione peccatorum, Inc.: In unione doloris ... (vgl. Ed. Bernardus Claraevallensis: Confessionis privatae formula, PL 183, Sp. 773-774).

86r-109v Augustinus (zugeschrieben): Gebete für die einzelnen Tage der Woche,  Inc.: Adesto mihi verum lumen deus ...

109v-112v Zwei (angebliche) Gebete des Thomas Aquinensis.

112v-117r (Angebliches) Gebet des hl. Augustinus.

117v-124r 4 Orationes ante missam.

124r -127v Drei Orationes post missam sive post communionem.

127v-128r Augustinus (zugeschrieben): >Oratio ad Beatam mariam virginem<.

128r-133r Zwei Orationes ad beatam Mariam virginem.

133v-136v >Propriorum defectuum confessia<.

136v-140r >Confessio peccatorum Sancti Augustini<.

140r-143r >Oratio ad Mariam virginem<.

143r-146v >Oratio ad Mariam virginem<.

146v-148v Zwei Orationes >Ad Sanctum iohannem evangelistam<.

148v-149r Zwei Orationes ad omnes choros sanctorum angelorum >Ad omnes choros sanctorum angelorum<.

149r-151r >Ad proprium angelum<.

152r-v Zwei nachgetragene Gebete an Christus.

 

Permalink

http://www.hss-census-rlp.ub.uni-mainz.de/mz-mb-hs-39

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.